Distanzfahren - schon davon gehört?

Foto: Tobias Schultz-Friese

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Oskar Piritz mit Ghalia Foto: Tobias Schultz-Friese

Oskar Piritz mit Ghalia Foto: Tobias Schultz-Friese

Fahren über lange Strecken

Distanzfahren ist etwas für Leute mit Ausdauer und Freude am Fahrsport

Beim Distanzfahren geht es darum, eine festgelegte Strecke mit dem Gespann in einer bestimmten Zeit zu fahren.

Das Ganze wird streng tierärztlich überwacht, damit kein Vierbeiner zu Schaden kommt. Wenn ich allerdings manche Fahrer nach 80 km auf dem Bock hängen sehe, wäre da eine ärztliche Kontrolle vielleicht auch nicht schlecht ;-)

Beginnen wir aber von vorne:


Es gibt verschiedene Streckenlängen zur Auswahl, es fängt an mit 30 km und endet bei 160 km (ja an einem Tag!). Es gibt 2 verschiedene Wettbewerbsarten. Einmal sogenannte Tempo begrenzte Fahrten und Tempo freie Fahrten.

Tempo begrenzt bedeutet, dass man in einer bestimmten Zeit eine Strecke absolviert haben muss um in der Wertung zu bleiben. Der Sieger wird dann aus den niedrigsten Pulswerten bei den Tierarztkontrollen ermittelt. Als Richtwert wird einem vorher das erwartete Tempo bekanntgegeben. Die Skala reicht von Tempo 5 bis Tempo 8. Tempo 5 bedeutet, dass man 5 Minuten Zeit für 1 Kilometer hat. Bei Tempo 8 sind es 8 Minuten. Diese Art von Fahrten eignen sich besonders für Anfänger um den Sport erstmal kennenzulernen ohne das Pferd zu überfordern.

Tempo frei bedeutet, dass der schnellste siegt :-) Natürlich muss auch der schnellste Sieger erstmal durch alle Kontrollen gekommen sein. Das erfordert jede Menge Training und Erfahrung. Gute Fahrer schaffen so eine 60 km Fahrt schon mal in Tempo 3 oder noch schneller. Sie benötigen also gerade Mal 3 Minuten für einen Kilometer!

Distanzpferde müssen ausdauernd sein und ein natürliches hohes Maß an Laufbedürfnis mitbringen. Im Grunde eignet sich jede Pferderasse dafür. Hervorzuheben sind hier insbesondere Araber, Vollblüter, Traber und Achal-Tekkiner, die allesamt recht hoch im Blut stehen.

Im Vordergrund steht die Gesundheit des Pferdes. Auf der Strecke finden in regelmäßigen Abständen Tierarztkontrollen statt. Dort werden Puls und Atmung geprüft und das Pferd wird vorgetrabt um Lahmheiten erkennen zu können.

Der Puls darf den Wert von 64 Schlägen / Minute in einer angekündigten Kontrolle nicht übersteigen, sonst muss man warten, bis er wieder gesunken ist. Bei unangekündigten Kontrollen, sog. Radarfallen beträgt der Wert 72 Schläge/Minute. Dauert die Normalisierung des Pulses länger als 20 Minuten ist man disqualifiziert.

Distanzfahren befindet sich, ebenso wie das Distanzreiten stark im Aufwind. Immer mehr Fahrer und Reiter möchten das Naturerlebnis mit den Freuden eines Wettkampfes verbinden. Einmal jährlich findet an wechselnden Orten die deutsche Meisterschaft im Distanzfahren statt, ein Highlight dass man sich mal ansehen sollte.

Wer noch genauere Informationen haben möchte, kann sich beim Dachverband VDD Deutschland informieren. Hier gibt es auch die aktuellen Termine.  http://www.vdd-aktuell.de

Wer sich mit dem Gedanken trägt ein Distanzpferd anzuschaffen kann hier schauen:

Distanzpferde zu verkaufen

Über den Autor, Freia Schultz-Friese

Freia Schultz-Friese ist dem Pferdesport seit frühester Kindheit verschrieben, und bleibt bis heute den Pferden treu. Sie betreibt den Reit- und Fahrsport aktiv mit eigenen Pferden seit nunmehr über 25 Jahren. Viele Disziplinen hat sie seither ausprobiert. Ihre alten und neuen Erfahrungen bringt sie in den Artikeln des Pferdekuriers ein.

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